Mit Herz und Verstand- statt mit dem Kopf durch die Wand (Wie wir lernen uns selbst gegenüber empathischer zu sein)

Steve Jobs der Gründer von Apple starb am 5. Oktober 2011 an Krebs. Er war nicht nur einer der reichsten Menschen auf diesem Planeten, sondern auch einer der klügsten. Und er war ein großer Freund von Achtsamkeit. Er meditierte täglich. Und er sagte mal in einem Interview folgendes:

„Daran zu denken, dass ich bald tot sein werde, ist das wichtigste Instrument, das mir je untergekommen ist, um die großen Entscheidungen im Leben zu treffen, denn fast alles – alle äußeren Erwartungen, aller Stolz, alle Angst vor Peinlichkeit oder Versagen -, all diese Dinge fallen im Angesichts des Todes weg, und es bleibt nur das zurück, was wirklich wichtig ist.“

Was wollte er damit sagen?

Nun

Wenn wir uns ganz auf uns Selbst konzentrieren, wir achtsam mit uns Selbst sind, dann sind wir ganz bei uns und alles um uns herum verliert an Bedeutung. Der ganze Stress, die ganze Hektik, unser bisheriges unbewusstes Tun und Handeln verliert an Wichtigkeit, wenn wir uns „Uns Selbst“ zuwenden. Sind wir achtsam mit uns selbst und unserer Umgebung, sind wir automatisch bewusst. Das klingt einfach, ist es im Grunde auch, wir müssen es uns im Grunde nur erlauben. Wie viel Bedeutung hat denn das Wahrscheinliche, das Eventuelle gegenüber dem, was tatsächlich ist? Wie viel Wert messen wir dem äußeren Anschein zu? Und wie wenig messen wir im Gegensatz dem Inneren Sein zu? Wissen sie noch was sie werden wollten, als sie klein waren? Und was sind sie wirklich geworden? Wie groß ist die Kluft zwischen ihren Zielen und dem bislang Erreichten? Und was hält sie davon ab, zu tun was Sie wirklich wollen?

Ich lese immer wieder „Wer überleben will, muss sich anpassen“. Das heißt also um zu Überleben muss ich mich dem System anpassen, obwohl es mir nicht gefällt? Ich muss meine Träume begraben, unglücklich sein, unzufrieden im Netz suchen, nach jemandem, dem es scheinbar besser geht, nur um dann in Neid und Selbsthass zu verfallen? Ich muss also kämpfen? Und was ist, wenn ich nicht kämpfen will? Falle ich dann durchs Raster? Nun wer kämpft, ist schneller müde, wer aber einfach ist, was er ist, der entspannt. Denn wenn ich weiß wer ich bin, muss ich mich nicht mehr fragen, wer oder wie ich sein soll, weil ich es ja schon weiß. Um dieses Wissen zu erlangen, muss ich nicht im Außen suchen. Ich atme einfach und dann bin ich und das ganz ohne was dafür zu tun. Ich bin geduldig und ich bin bei mir selbst. Ich bin angekommen. Ich bin mir meiner Selbst gewahr. Ich bin da.

Wem außer mir selber bin ich einen Beweis für meine Existenz schuldig? Die anderen sind auch einfach nur da. Ich kann sie sehen. Und sie können mich auch sehen. „Hallo!“

Je mehr wir im Außen nach einer Lösung suchen, desto mehr innere Widerstände türmen sich auf und umso erschöpfter sind wir.

Sie kennen das doch sicher auch, wenn sie etwas unbedingt wollen, es ihnen aber nicht so recht gelingen will. Und sie sind eh schon im Stress, die Zeit rennt, aber je mehr sie sich bemühen, es gelingt ihnen einfach nicht. Anstatt sich zu entspannen, verkrampfen Sie und Sie kämpfen weiter gegen die Wiederstände an. Sie schwitzen mittlerweile, aber aufgeben ist nicht. Die Zügel lockern können sie auch nicht. Und die Angst zu versagen hängt Ihnen im Nacken.

Sie kennen das sicherlich, wenn etwas nicht so funktioniert, wie Sie es gerne hätten, dass die Versuchung groß ist, es mit noch ein wenig mehr Nachdruck zu versuchen und zu schieben oder gar zu zerren um die Dinge in die Richtung zu bewegen in der Sie sie haben wollen. Doch das einzige was wirklich zerrt, sind ihre Nerven. Sie kommen jedenfalls kein Stück weiter, so sehr Sie sich auch bemühen. Und dann verzweifeln Sie. Sie zweifeln an Sich und dadurch auch an allem anderen, also auch ihrer Umwelt.

Ich frage sie jetzt also, ist es wirklich sinnvoll, unbeirrbar alles daran zu setzen um dorthin zukommen?

Ist es manchmal nicht sinnvoller gerade in so einer schier vertrackten Situation inne zu halten und einfach mal mit ihrem bisherigen Tun bewusst anzuhalten um tief durchzuatmen?

In der Ruhe liegt die Kraft. Sollten Sie nicht diesen Moment nutzen, für Sich selbst, um dann zu erkennen, welch Möglichkeiten sich daraus entwickeln, die Dinge aus einem entspannteren Blickwinkel zu betrachten?

Nun manch einem mag diese Einstellung zuwider sein, oder einer Todsünde gleichkommen, weil sie von Passivität zeugt – und doch ist just dies vielleicht der bessere Weg. Allzu hartnäckigen Druck auszuüben kann bei Problemen ebenso beim Vorantreiben der zu verrichtenden Tätigkeit absolut kontraproduktiv sein.

Wenn ich jetzt auf mich zu sprechen komme um Ihnen ein Beispiel zu geben, muss ich leider zugeben, dass ich ähnliche Gedanken hatte. Ich habe jetzt fast 2 Wochen nicht geschrieben. Letzte Woche ist mein Buch erschienen. Mir wollte aber dieser Text hier, den ich gerade schreibe, partout nicht in den Sinn kommen. Und ich spürte, die allmählich auftretende Unzufriedenheit in mir. Ein altes Muster trat auf, ich trollte durch Facebook, einigen empathischen Freunden fiel das auf, aber ich log auf die Frage ob mir langweilig sei oder ich wieder auf der Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit sei.

Und dann tat ich tatsächlich das, was ich die letzten Zwei Wochen total vernachlässigte. Ich atmete. Ich machte meine Achtsamkeitsübungen. Ich empfand großes Mitgefühl für mich selbst. Und ich entspannte. Dann tat ich noch etwas und zwar ganz bewusst. Ich lächelte. Das Gefühl was mich dann plötzlich umgab war große Nachsicht. Und dadurch kam auch wieder Zuversicht. Ich überwand meinen inneren Wiederstand. Und am Ergebnis dürfen Sie augenblicklich teilhaben. Ich schreibe wieder, und das ganz ohne Druck schreiben zu müssen. Ich schreibe gerade, weil ich losließ. Dadurch kam es von Selbst. Ich fühle mich gerade so leicht und beschwingt. Allein das Wort „beschwingt“ zu schreiben, beschwingt. Und mein inneres Kind singt.

Enorme Anstrengung und eingebildeter Druck von Außen gepaart mit tatsächlich vorhandener innerer Anspannung, kann tatsächlich dazu führen, dass wir uns mental verschließen, nicht mehr kreativ denken können und uns stattdessen im Kreis um die eigene Achse drehen. Und ehe wir uns versehen wird uns schwindelig dabei. Das sind erste Stresssymptome, die somatisch in Erscheinung treten. Aber selbst diese können uns oft nicht davon abhalten, weiterhin zu Tun, was wir scheinbar tun müssen- um eines nicht zu tun- nämlich zu versagen, was wir dann unbewusst doch tun, weil wir es einfach nicht sein lassen können, zu tun, was uns die ganze Zeit schon nicht gelingen will.

„Die innere Haltung, aus der wir heraus handeln ist oft von eben solcher Bedeutung wie die Handlung selbst“

Oder anders gesagt- Begegne dir in Liebe und du wirst geliebt. Entwickele Mitgefühl für dich selbst- das ist der Ausweg aus dem Leid. Denn Selbst- Mitgefühl ist der Schlüssel zur Überwindung jeglichen Übels.

Nehmen Sie sich einen Moment, damit sich dieser Gedanke wirklich setzen kann. Setzen Sie sich gerne dazu hin und atmen Sie tief durch. Wenn wir an etwas auf negative oder kritische Weise herangehen, zu hartnäckig an die Sache ran gehen, uns sorgen (Angst zu versagen), zu viele Gedanken machen (Ich bin ein Versager, wenn es mir nicht gelingt), statt mit Herz und Verstand mit dem Kopf durch die Wand oder eine Aufgabe mit zusammengebissenen Zähnen erledigen, aktivieren wir damit automatisch unsere inneren Abwehrmechanismen. Wir geraten in die Rolle einer Maus mit Katzenkomplex.

Wir sind ängstlicher, besorgter, weniger flexibel und kreativ.

Tun wir exakt das Gleiche jedoch bereitwillig und mit offenem Herzen, setzen wir damit unsere inneren Annäherungsmechanismen in Gang, sodass wir uns selbst offener, warmherziger und mit Nachsicht begegnen.

Befinden wir uns in einer scheinbar ausweglosen Negativspirale, in der sich alles gegen uns stellt, obwohl wir uns mit Nachdruck darum bemühen, löst dies ein Gefühl der Niederlage aus. Die Angst zu versagen raubt uns unseren Schlaf und wir können kaum einen klaren Gedanken fassen.

Machen wir uns jedoch dieses Tun (es arbeitet in uns) jedoch bewusst, und wenden uns „UNS SELBST“ zu, trägt dies zum Verschwinden jeglicher Destruktivität bei. Wie ich schon öfters sagte- Achtsamkeit ist Trumpf. Mit Hilfe von Achtsamkeit können wir jeden Widerstand in uns auflösen, und das oft ohne große Anstrengung. Einfach nur atmen, entspannen und bewusst Lächeln.

Selbstmitgefühl ist um einiges hilfreicher als Selbstmitleid, Seien Sie mit sich selbst nachsichtiger und seien Sie sich dem wundervollsten Menschen in ihrem Leben bewusst- sich Selbst und Sie werden nicht mehr fragen müssen, wer und wie Sie sein sollen, weil Sie bewusst sind.

Welch Glück das nur ist, für ihr inneres Kind!!!

PS: Begegnen Sie auch Ihren Gedanken über Steve Jobs mit Nachsicht. Treten Sie nicht nach. Er ist tot. Daran können Sie nichts ändern. Auch was er einst von sich gab ist ausgesprochen und damit gesagt. Wenn Sie aber tief durchatmen, gewinnen Sie Zuversicht und ggf. auch die Ein- oder Ansicht, dass Sie das nicht ändern können. Akzeptieren Sie es. Lassen sie es los, denn damit ändert sich alles.

Wie wichtig ist das, was Steve Jobs tat oder nicht tat, für dein Sein? Wie viel Wert misst du ihm zu? Anscheinend zuviel- sonst würdest du auch der Tatsache, dass ich ihn erwähnt habe mit Nachsicht begegnen und Dich ganz auf die Quintessenz des Textes beziehen.

Man mag über Steve Jobs denken was man will, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass viele (vielleicht auch Sie) seine Produkte nutzen.

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