Nie mehr eifersüchtig- geht das überhaupt?

Ich bekomme immer mal wieder zu hören, dass jemand, der nicht eifersüchtig ist, seinen Partner angeblich nicht liebt. Oder der Partner ist einem gar egal. Ich bin der Meinung, dass Menschen die eifersüchtig sind, sich selbst nicht lieben und sich mit den idealisierten Bildern von Partner und Partnerschaft zu sehr identifiziert haben. Ja es sind immer wieder Bilder, Interpretationen, und Gedanken die aus „gewöhnlichen“ Alltagssituationen verschreckende Worst- Case- Szenarien entstehen lassen. Brachial ausgedrückt: DEIN EGO FICKT DICH!!!

Ja das Ego ist mächtig und manchmal ist es sogar so mächtig, dass es das ebenso mächtige Gefühl der Liebe komplett überdeckt. Dann sind die Kopfkinofilme wieder Kassenschlager. Und das schlimme daran ist, dass wir auch noch denken, dass wir keine andere Wahl haben. Irgendwer sagt immer: „DU MUSST EIFERSÜCHTIG SEIN. DEIN HERZ MUSS BLUTEN. DU DARFST NICHT FREI SEIN. UND LIEBE IST EH MEISTENS EINE BITTERE ENTTÄUSCHUNG“

Aber ganz ehrlich mal nachgefragt: „Ist das wirklich wahr“? Und vor allem ist es immer so extrem oder gibt es auch mögliche Abschwächungen? Müssen wir uns immer so elendig dabei fühlen und diese schreckliche Angst haben?

Manch einer würde dem jetzt sicherlich zustimmen. Aber auch dem kann geholfen werden. Annahme ist der Schlüssel zum Glück. Widerstand dagegen macht uns verrückt.

Aber wie soll ich etwas akzeptieren, wenn ich Angst habe davor jemanden zu verlieren? „Ich liebe ihn doch“.

Ist das aber wirklich Liebe, wenn man Angst hat und deswegen Verhaltensweisen an Tag legt, die für Außenstehende eher mit Besitzdenken zu tun haben? Da wird dann mal aus einem „nichtigen“ Vorwand der Emailaccount gehackt, ins Handy wird geschaut, ein Privatdedektiv beauftragt und ganz viel Lebenszeit damit verbracht seine Energie auf all diese negativen Gedanken zu lenken. Was hat das mit Liebe zu tun?

Was ist wenn der Partner das mit uns macht? Fühlen wir uns dann geliebt? Fühlen sie sich geliebt, wenn ihnen ihr Partner misstraut?

„Ich kann doch nichts für meine Angst.“

Richtig. Für ihre Ängste können Sie nichts. Sie sind einfach da. Aber sie könnten Verantwortung übernehmen. Sie könnten selber dazu beitragen, dass ihre Gedanken angenehmer werden. Sie könnten selber ganz viel dazu beitragen, dass ihre Situation sich verbessert. Stattdessen verschlimmbessern sie lieber ihre Situation, indem sie ihre Scheißdrecksidentifikationen auf ihren Partner projizieren. JA, in ihren Augen ist er dafür verantwortlich, dass es Ihnen besser geht. Er muss Rücksicht nehmen, Er muss ihnen Sicherheit geben. Er muss sich verändern. Weil wenn er das nicht tut, dann ist er Schuld. Sie können ja angeblich nichts dafür, dass er Ihnen Gründe liefert, warum Sie unbedingt eifersüchtig sein müssen.

„Ich tue doch alles für ihn. Ich bin immer für ihn da. Der muss doch sehen was er an mir hat.“

Sie opfern sich für andere auf und erwarten im Umkehrschluss, dass ihr Gegenüber das mitbekommt und das genauso händelt. In ihrer Welt ist es nun mal so, dass Menschen die zusammen sind, auch füreinander bestimmt sind. Und entsprechend müssen sie sich auch verhalten. Verhalten sie sich anders, bekommen sie Angst, es überfordert Sie. Sie entwickeln Gedanken und bewerten jedes Verhalten ihres Partners, was sich für sie nicht stimmig anfühlt. Dass ihr Gegenüber aber auch nur nach seiner Weltanschauung lebt, weil er es so gelernt hat oder vorgelebt bekommen hat, darauf kommen Sie nicht. Nein er muss so sein, wie Sie, sich also entweder genauso aufopfern (um sie kümmern) und am besten für immer dankbar sein.

Aber ist das wirklich wahr?

Quälende Eifersucht ist Gift für jede Beziehung. Ständiges Misstrauen, hält niemand lange aus. Und ich glaube ganz fest daran, dass niemand gerne eifersüchtig ist. Wer schluckt schon gerne freiwillig Gift?

Im Übrigen ist Gift eine andere Bezeichnung für Toxine. Im Umkehrschluss heißt das also auch, dass eifersüchtige Menschen toxisch (giftig) sind. Das Verhalten, was man sonst immer nur Narzissten und Psychopathen zuschrieb, legen eifersüchtige Menschen also auch an Tag. Sie sind extrem misstrauisch, hochsensibel, sehr verletzlich, und oftmals sogar verletzt, also schwer beschädigt in ihrem Innersten. Das trifft auf Männer gleichermaßen zu, wie auf Frauen, nur dass man den Frauen die Opferrolle eher abnimmt als dem Mann. Woran diese Wahrnehmung liegt? Ich tippe mal stark auf gesellschaftliche (systemische) Rollenbilder und auf Kindheitstrauma oder Prägung. Was es auch immer ist, es ist in keinem Falle gut, außer man hat sich daran gewöhnt und ist im Verdrängen Weltmeister. Aber selbst dann fühlt sich das absolut nicht gut an. Weil niemand kann auf Ewig alles Verdrängen oder runter schlucken. Nochmal die Frage… Wer schluckt gerne freiwillig Gift? Wer vergiftet sich selbst? Wer ist gerne toxisch?

„Wie werde ich meine Eifersucht denn bloß los? Ich will doch gar nicht eifersüchtig sein. Ich weiß doch dass ich damit alles kaputt mache“.

Sie wissen dass sie es kaputt machen, aber sie finden keine Lösung, verstehe ich das richtig?

Aus Ihnen spricht im Eifersuchtsmodus das verletzte innere Kind. In der Transaktionsanalyse spricht man vom Kind- Anteil. Und sobald sie verletzt sind, tauchen Gedanken auf und sie fühlen sich absolut hilf- und machtlos dagegen. Sie haben nie gelernt für sich selbst zu sorgen, aber das brauchen Sie jetzt gerade. Jemanden, der sich um sie sorgt und ihr Partner kann das nicht, denn der muss sich um sich selbst sorgen. Und wenn sie dann auf jemanden treffen, der das auch noch relativ gut kann, verstärkt das ihre Hilflosigkeit und ihre Ohnmachtsgefühle. Sie entwickeln Neid. Ja er kann etwas, was sie nicht können. Und sie fangen an ihm missgünstig nachzustieren. Und sobald er das merkt, fangen sie leider auch unbewusst an zu riskieren, dass er geht und Sie ihn somit verlieren. Und was tun Sie? Sie klammern und fangen an zu jammern.

Ja ich will doch gar nicht klammern. Aber ich will ihn auch nicht verlieren.

Ich glaube Ihnen, möchte Ihnen dennoch mal was erklären, etwas was psychologisch nachhaltig bewiesen wurde.

Selbst die schlimmsten Gefühle dauern nur eine gewisse Zeit an. Jedes Gefühl hat einen natürlichen Kurvenverlauf. Es fängt ganz langsam an, baut sich dann auf und wird dann jedoch auch wieder schwächer. Je weniger wir uns mit anstachelnden Worst- Case- Szenarien auseinandersetzen und wir unseren Interpretationen (die im übrigen unsichtbar sind) glauben schenken, umso schneller kann sich die Belastung wieder in Luft auflösen. Energie ist also nichts anderes als Luft. Je heißer die Luft, desto höher die Energie. Je besser wir das Gefühl also auf liebevolle Weise beantworten und auffangen, umso schneller kann es wieder abklingen. Und dies stellt nun ihre Aufgabe dar. Übernehmen Sie Verantwortung für ihr inneres Kind (ihren emotionalen Zustand). Seien sie sich selbst eine gute Mutter oder ein guter Vater. Seien sie für sich da. Ihr Partner lebt es Ihnen nur vor. Machen sie es ihm gerne nach.

Sie wissen inzwischen, dass die Deutung einer Situation in ihrem Kopf entsteht. Wenn ihr Partner sich zwei Minuten mit einer attraktiven Person unterhält oder mit einer anderen Frau telefoniert, heißt das also nicht, dass er fremd geht deswegen. Sie unterhalten sich ja auch gelegentlich mit anderen Männern oder Frauen. Warum also sollten sie soviel Bullshit glauben, was ihr EGO, was sie gerade fickt ihnen vorgaukelt? Grenzt das nicht an Selbstquälerei? Könnten Sie statt einem Worst- Case- Szenario nicht auch ein Best-Of- Szenario entwickeln?

Wie soll das gehen?

Nun im akuten Zustand der Eifersucht sind Sie absolut davon überzeugt, dass jeder „vernünftige“ Mensch die gleiche Schlussfolgerung ziehen würde, wie sie selbst. Tut er das nicht, unterstellen Sie ihm dass er keine Ahnung hat oder nicht richtig liebt. Besteht dann nicht auch umgekehrt die Möglichkeit, dass sie keine Ahnung haben und nicht richtig lieben? Es geht Ihnen ums Recht haben oder? Sie wollen, dass man Ihnen glaubt. Bei der Eifersucht geht es jedoch nicht ums Rechthaben, sondern darum, ob Ihnen das, was sie so felsenfest glauben, dient.

Wozu soll mir das dienen?“

Es ist tatsächlich eine Entscheidung, die Sie hier treffen. Bei näherem Hinsehen geht es um die Entscheidung zur Selbstverantwortung und hat viel mit Mitgefühl und Liebe zu sich selbst zu tun. Im ersten Moment weichen Sie davor zurück, denn Sie beharren auf dem Recht haben und wünschen sich ja, dass der Partner etwas ändern möge und nicht wir. Das wäre tatsächlich am bequemsten und gefühlt auch am stimmigsten, nicht wahr?

Und vermutlich haben Sie es auch schon probiert ihrem Partner ans Herz zu legen. Ihr Erfolg hielt sich aber in Grenzen oder? Ich kann sie beruhigen. Mit dieser Methode hatte noch keiner Erfolg. Am Ende kam es immer irgendwie zur Trennung. Und da sie das ja nicht wollen, rate ich Ihnen dringend Selbstverantwortung zu übernehmen oder zu lernen.

Wie das geht? Mit Empathie für sich selbst und den Partner fängt das an.

Sprechen Sie mich gerne an….Ich helfe Ihnen gerne weiter

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